
Ein Blick hinter die Kulissen unseres Vokabulars
Das geheime Vorleben der Wörter
Wörter sind wie Reisende – sie tragen Spuren jeder Station, jedes Transfers, jeder Begegnung. Manche sind Weltenbummler, andere Heimathocker. Einige wurden entführt, andere missverstanden und viele schlicht falsch zitiert. Und einige führen ein Doppelleben, das selbst James Bond neidisch machen würde.
Heute öffnen wir die geheime Akte: Etymologie für Fortgeschrittene. Kein Schulbuchwissen, kein Latinum-Geplänkel – sondern eine Spurensuche zwischen Toga, Tinte und TikTok.
Gute Unterhaltung wünscht
Ihre Marie-Christine Waldburger
Whisky
Quarantäne
Alkohol
Ein arabisches Lehnwort. Ursprünglich bezeichnete «al-kuḥl» einen feinen schwarzen Antimonstaub für die Augen (heute: Kajal, was wiederum vom Sanskrit-Wort «kajjala» für Russ stammt). Im Alchemie-Umfeld wurde daraus eine allgemeinere Bezeichnung für feinstes Destillat – «das Feinste vom Feinen». Der Begriff ging über die Apotheker des Mittelalters in die westliche Medizin und von dort in die Weinbrennerei über. Cheers, Alchemisten!
Algorithmus
Muskel
Avocado
Hamburger
Spam
Roboter
Kitsch
Sprachliche Irrwege und Missverständnisse
Nicht jede Bedeutung hat sich geradlinig entwickelt. Manche Wörter haben einen semantischen Richtungswechsel hingelegt, der selbst Historiker*innen schwindelig macht. Hier ein paar besonders schöne Fälle:
«nice»
Heute: nett, angenehm. Ursprünglich im Altenglischen allerdings: dumm, naiv – vom Lateinischen «nescius» («unwissend»). Bedeutungswende: 180 Grad. Ironie: Wer heute «nice» sagt, weiss ganz genau, was er tut.
«girl» / Göre
Im Mittelenglischen war ein «girle» schlicht ein junger Mensch – unabhängig vom Geschlecht. Erst später wurde es weiblich konnotiert. Die deutsche Göre ist eine entfernte Verwandte – ebenfalls einst neutral, dann zunehmend abwertend: heute ein oft spöttisch gebrauchter Begriff für freche, unangepasste junge Mädchen. Sprachlich verwandt, gesellschaftlich gespalten.
«silly»
Heute: blöd oder albern. Ursprünglich im Altenglischen: «sælig» = glücklich, gesegnet. Dann: harmlos → einfältig → töricht. Bedeutungsverschiebung im Zeitraffer.
vulgär
Heute: unanständig, anstössig. Im Lateinischen «vulgāris» = gewöhnlich, für das Volk. Das Volk als semantisches Risiko?
«companion»
Wörtlich: «Mit-Brot-Esser» – aus dem Lateinischen «com» (mit) und «panis» (Brot). Heute meist: Partner oder Freund. Ein sprachliches Dinner-Date.
Quiz zum Thema
Wortursprünge sind wie verlorene Schlüssel
Man weiss, man hatte sie irgendwo. Nur wo? Genau da kommt der AirTag ins Spiel – ein kleiner, digitaler Fährtenleser aus dem Hause Apple. Das «Tag» darin? Kommt vom englischen Begriff «to tag» – markieren, kennzeichnen. Ursprünglich war ein «tag» ein Etikett, ein Namensschild, ein Hinweis. Heute ist es ein digitaler Aufkleber mit eingebautem Kompass.
Und so schliesst sich der Kreis:
Wir suchen verlorene Wortursprünge – und Sie können einen AirTag gewinnen, um nie wieder etwas anderes zu verlieren.
Machen Sie mit beim grossen Wörterquiz – unter allen Teilnehmenden verlosen wir 3 Apple AirTags. Damit finden Sie künftig alles – ausser vielleicht den Ursprung von «Kuddelmuddel». Aber das recherchieren wir fürs nächste Mal.
Teilnahmebedingungen
Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Die Teilnahme an diesem Gewinnspiel ist bis einschliesslich 05.12.2025 möglich.


